Reif für die Insel
Tourismus auf Sylt, Hiddensee und Mallorca


Urlaub ist eine kleine Flucht aus dem Alltag. Und nirgendwo kann man die arbeitsfreien Wochen schöner verbringen, als auf einer Insel. Sylt, Hiddensee und Mallorca sind Ferienparadiese. Jede dieser Inseln verkörpert ein bestimmtes Klischee: die Insel der Schönen und Reichen in der Nordsee, die Insel der Einzelgänger und Naturliebhaber in der Ostsee, die Insel der Massen und Stars im Mittelmeer. Die Wirklichkeit ist vielschichtiger.

Mit rund 500 Exponaten zeigt die Ausstellung, wie sich der Tourismus am Strand entwickelt hat. Zu sehen sind Plakate, Souvenirs, Bademode und Fotografien. So wird klar, wie die Deutschen Urlaub machen, vom Kaiserreich bis heute, in West und in Ost, im Inland und im Ausland. Die Ausstellung wird ergänzt durch eine darauf abgestimmte Fotoausstellung zu den drei Inseln auf dem oberen Galeriegang im Museum Tuch + Technik.

Eine Ausstellung des LWL-Industriemuseums, Schiffshebewerk Henrichenburg.

Ausstellung
bis 26. August 2018

 

 

 68er Bewegung. Neumünsters Jugend geht auf die Straße

"Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren!" - Kein anderer Protestruf steht mehr für die 68er Bewegung. In Berlin, Frankfurt, München und vielen anderen Universitätsstädten der damaligen Bundesrepublik machten Studenten ihrem Unmut laut und nachhaltig Luft. Ihre Demonstrationen galten den verkrusteten Gesellschaftsstrukturen im Deutschland der 1960er Jahre und fanden starke Auswirkungen auf die politische Kultur der späteren Jahrzehnte.

Auch in Neumünster  hatte die Studentenbewegung ein Echo: Anfang der 1970er Jahre ziehen Hunderte Jugendliche durch die Innenstadt, um Schulraumnot und Lehrermangel anzuprangern. Ebenso heftig engagieren sich junge Menschen für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum. Mit Erfolg: Nach Protesten und zähen Verhandlungen kann 1972 die Aktion Jugendzentrum Neumünster (AJZ) die Räume eines ehemaligen Kinos übernehmen. Auch für die Unterzeichnung der Warschauer Verträge (Dezember 1970 unterzeichnet, Mai 1972 ratifiziert) ziehen junge Neumünsteraner durch die Stadt zum Rathaus. Und vor der Holstenhalle zeigt die junge Staatsmacht Größe hoch zu Ross: Gegen eine überschaubare Gruppe junger Sympathisanten, die kleine Fahnen mit Hammer und Sichel schwenken, wird die Reiterstaffel Schleswig-Holstein eingesetzt.

Der damalige Pressefotograf Walter Erben war mit seiner Kamera dabei, wenn auf den Straßen der Stadt "Protest!" gerufen wurde. Seine Fotos sind vor Ort entstanden und zeigen, dass die 68er Bewegung auch in Neumünster so manchen Stein ins Rollen gebracht hat. 

 

Sonderführungen
Angebote für Erwachsene und Schulklassen finden Sie hier.

Ausstellung
bis 25. November 2018

 

 

 

 

VORSCHAU

 

 

 

Von Ost nach West und wieder zurück
Textile Kunstwerke von Beate von Harten - Wien

Die Neumünsteranerin Beate von Harten – ewig mit ihrem künstlerischen Umfeld auf textile Art und Weise heimatlich verbunden – lässt sich gerne von fernen poetischen Ideen in ihren Werken inspirieren. 

Mitten im Winter den Frühling spüren? Die Kälte vergessen, von grünem Gras, bunten Blumen und köstlichen Früchten träumen? Das war die Vision von Chosrau I, einem persischen Großkönig aus dem Herrschergeschlecht der Sassaniden im 6. Jahrhundert. Erzählungen zufolge verbrachte er die kalte Jahreszeit auf einem fast 1000 Quadratmeter großen „Frühlingsteppich aus Seide, goldenen Wassern und Edelsteinen“. Gemeinsam mit seinen Fürsten erprobte er darauf das Schachspiel (von seinen indischen Nachbarn geschenkt) mit Figuren aus Smaragden und Rubinen. 

Diese Überlieferungen inspirierten die Künstlerin Beate von Harten zu dem neu interpretierten Werk „Chosrau’s spring reloaded“ – in 1000 Stunden und einer Nacht gewebt. „In meiner freien künstlerischen Version taucht diese Idee des Teppichs als abgerissenes Fragment schwebend im All auf. Von seinem linken oberen Eck – über der Erde schwebend – wird der Blick tief nach unten in den Brunnen der Zeit auf das ehemalige sassanidische Reich geführt.“

„Von Ost nach West und wieder zurück“ – diese Idee des Orients im Westen aufgegriffen, entwickelt im Dialog mit anderen Kulturen ein neues Verständnis zu unserem Thema der globalisierten Welt. Westliche Tapisserie-Technik kombiniert mit östlicher Knüpf-Technik unterstreicht diesen Bogen.

Dieses im Jahr 2016 gefertigte, edle, phantasievolle und dreidimensionale Werk ist vom 7. September bis zum 14. Oktober 2018 im Museum Tuch + Technik mit weiteren neu interpretierten textilen Unikaten, z.B. „Wie die Himbeere sich im Weltenraum behauptet“ oder „Felder und Wiesen geknüpft“ – vom Motorrad aus kreiert – zu sehen.

 

Eröffnung
Donnerstag, 6. September 2018, 19 Uhr
unter Anwesenheit von Beate von Harten

Programm
Musikalischer Webrahmen
Franz Grundheber - Bariton
Henning Lucius - Pianist
Liedfäden, Klangfantasien und Tableaus von Brahms, Ravel und Debussy

Ausstellung
7. September bis 14. Oktober 2018

 

 

 

 

Fate, Destiny und Self Determination
Schicksal, Vorsehung und Selbstbestimmung
Installation
26. Oktober 2018 bis Ende Februar 2019

 

 

 

Junge Fotografen in europäischen Museen
Ergebnisse eines Wettbewerbs
15. November 2018 bis 13. Januar 2019

 

 

 

Von Schmetterlingen und Drachen
Textile Schätze südchinesischer Bergvölker
23. November 2018 bis März 2019