Installation

Fate, Destiny und Self Determination
Schicksal, Vorsehung und Selbstbestimmung

Schicksal, Vorsehung und Selbstbestimmung: Die Installation „Fate, Destiny and Self-Determination“ besteht aus drei Teilen: zwei Wandteppichen, zwischen denen viele unregelmäßige Webstücke in verschiedenen Höhen positioniert frei im Raum zu schweben scheinen – als ob eine Tapisserie auseinanderreißt und wieder zusammenfindet. Das Besondere an dem Projekt: Die vielen einzelnen Formen wurden von Weberinnen und Webern aus aller Welt beigesteuert, bisher kamen 762 Formen aus 39 Ländern zusammen. 453 Personen haben das Projekt bis heute mitgestaltet. Und die Installation wächst, denn immer noch werden neue Einsendungen akzeptiert. Nach Stationen in Kanada, USA, China, Uruguay und Irland zeigt das Museum Tuch + Technik das Werk vom 26. Oktober bis 31. März 2019.

Organisiert wurde und wird die Installation von Line Dufour. Die Kanadierin hat sie 2013 entworfen, initiiert und das erste Hauptstück selbst gewebt. Es ist ein Beispiel für die gegenwärtige Tapisserie-Kunst, in der Weber und Designer ein und dieselbe Person sind. Das Abschluss-Stück hingegen wurde nach und nach von ganz unterschiedlichen Personen gewebt – vom Laien bis zum Profi. Es ist eine Referenz an die traditionelle Herstellung von Wandteppichen, in der viele Weber zugleich oder nacheinander an einem Teppich webten, mit dem künstlerischen Entwurf aber nicht befasst waren.

Als Absolventin des Ontario College für Kunst und Design, der Universität von Guelph und der Universität von Toronto hat Line Dufour an zahlreichen Ausstellungen vor allem in Nordamerika teilgenommen. Sie ist bekannt durch Vorträge, Publikationen und Workshops. Durch die finanzielle Unterstützung des Ontario Arts Council wurde das Projekt „Fate, Destiny and Self-Determination“ ermöglicht. Line Dufour dokumentiert ihre Arbeit auf ihrem Blog und bei facebook.

 

Eröffnung
Donnerstag, 25. Oktober 2018, 19 Uhr

Installation
26. Oktober 2018 bis 31. März 2019

Nach oben

 

 68er Bewegung. Neumünsters Jugend geht auf die Straße

"Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren!" - Kein anderer Protestruf steht mehr für die 68er Bewegung. In Berlin, Frankfurt, München und vielen anderen Universitätsstädten der damaligen Bundesrepublik machten Studenten ihrem Unmut laut und nachhaltig Luft. Ihre Demonstrationen galten den verkrusteten Gesellschaftsstrukturen im Deutschland der 1960er Jahre und fanden starke Auswirkungen auf die politische Kultur der späteren Jahrzehnte.

Auch in Neumünster  hatte die Studentenbewegung ein Echo: Anfang der 1970er Jahre ziehen Hunderte Jugendliche durch die Innenstadt, um Schulraumnot und Lehrermangel anzuprangern. Ebenso heftig engagieren sich junge Menschen für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum. Mit Erfolg: Nach Protesten und zähen Verhandlungen kann 1972 die Aktion Jugendzentrum Neumünster (AJZ) die Räume eines ehemaligen Kinos übernehmen. Auch für die Unterzeichnung der Warschauer Verträge (Dezember 1970 unterzeichnet, Mai 1972 ratifiziert) ziehen junge Neumünsteraner durch die Stadt zum Rathaus. Und vor der Holstenhalle zeigt die junge Staatsmacht Größe hoch zu Ross: Gegen eine überschaubare Gruppe junger Sympathisanten, die kleine Fahnen mit Hammer und Sichel schwenken, wird die Reiterstaffel Schleswig-Holstein eingesetzt.

Der damalige Pressefotograf Walter Erben war mit seiner Kamera dabei, wenn auf den Straßen der Stadt "Protest!" gerufen wurde. Seine Fotos sind vor Ort entstanden und zeigen, dass die 68er Bewegung auch in Neumünster so manchen Stein ins Rollen gebracht hat. 

 

Sonderführungen
Angebote für Erwachsene und Schulklassen finden Sie hier.

Ausstellung
bis 25. November 2018

 

 

VORSCHAU

 

 

Junge Fotografen in europäischen Museen
Ergebnisse eines Wettbewerbs
15. November 2018 bis 13. Januar 2019

 

 


Von Schmetterlingen und Drachen

Textile Schätze südchinesischer Bergvölker

Prächtig, farbenfroh und mit magischen Motiven reich verziert sind die traditionellen Gewänder: Festkleider, Babytragetücher, Kopfbedeckungen und Schuhe, die ab 23. November 2018 im Museum Tuch + Technik zu sehen sind. Die Ausstellung „Von Schmetterlingen und Drachen“ zeigt textile Schätze südchinesischer Bergvölker, zusammengetragen von Friedhelm Petrovitsch, Privatsammler aus Eschweiler. Ergänzt wird die Ausstellung durch seine beeindruckenden Fotografien, die die Kleidung im Alltag ihrer Trägerinnen und Träger zeigt.

China blickt auf eine jahrhundertelange textile Tradition zurück. Speziell die kunstvollen Arbeiten der südchinesischen Bergvölker sind aufgrund ihres Formen- und Materialreichtums besonders prächtig und farbenfroh gestaltet. Der textile Dekor reicht von handbestickten Bordüren über paillettenbesetzte Kopfbedeckungen hin zu gestickten Motiven aus Flora und Fauna. Der chinesischen Mythologie entlehnt sind die häufigen Drachenmotive. Die fantasievolle Gestaltung der Textilien spiegelt die Kreativität der Bergvölker Südchinas eindrucksvoll wider.

Dank des Engagements von Sammlern wie Friedhelm Petrovitsch werden die kunstvollen Textilien dieser Völker nicht nur bewahrt, sondern in Museen auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Einige Exponate des Sammlers Ferdinand Aichorn aus Salzburg und von Frau Wang Lan aus Berlin bereichern die Ausstellung. Friedhelm Petrovitsch absolvierte ein Philologie-Studium in Bonn und war von 1967 bis 2009 im Schuldienst im Raum Aachen tätig. Zu seinen Langzeit-Themen gehört neben der Portrait-Fotografie die fotografische Dokumentation seiner Reisen. Seit 2003 ist er vor allem im Süden Chinas unterwegs.

Die Ausstellung wird unterstützt vom Leibniz-Konfuzius-Institut Hannover e.V.

Eröffnung
Donnerstag, 22. November 2018, 17 Uhr

Ausstellung
23. November 2018 bis 10. März 2019