Afrikanische Textilien – Sammlung Spielmann-Hoppe

Berber, Bambara, Ewe, Yoruba, Mbuti, Bakuba – die Bevölkerung Afrikas teilt sich auf in zahlreiche ethnische Gruppen und Stämme. Eine Vielfalt, die sich auch im Kunsthandwerk widerspiegelt, zum Beispiel in den handgefertigten Textilien. In seiner Ausstellung „Afrikanische Textilien aus der Sammlung und Kunststiftung Spielmann-Hoppe“ zeigt das Museum Tuch + Technik vom 12. November 2021 bis zum 13. März 2022 ganz unterschiedliche Exponate aus verschiedenen Ländern Afrikas.

Von den Kelim-Decken und Umhängetüchern aus Marokko, den Wickeltüchern in Indigo-Färbung aus Westafrika, den Rindenbast-Geweben aus Zentralafrika bis zu den bunten Kente-Tüchern der Ewe und Ashanti aus Ghana und Nigeria: Der Rundgang durch die Ausstellung entfaltet eine beeindruckende und farbenfrohe Bandbreite der afrikanischen Textilkunst.

Die Exponate stammen aus der privaten Sammlung der Familie Spielmann-Hoppe. Der langjährige Leiter des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums Schloss Gottorf und spätere Gründungsdirektor des Bucerius Kunst Forums Prof. Dr. Heinz Spielmann organisiert seit seiner Pensionierung zahlreiche hochkarätige Ausstellungen.

Spielmann und seine Familie haben auf privaten Reisen seit den 1970er Jahren ihre umfassende Sammlung afrikanischer Textilien angelegt. Ihr Ziel ist es, das Verständnis zwischen den Kulturen zu fördern und einen Beitrag zur Bewahrung ihrer Zeugnisse zu leisten.

Das Museum Tuch + Technik setzt mit dieser Ausstellung seine Reihe „Textilien dieser Welt“ fort.

Eröffnung
Donnerstag, 11. November 2021, 19 Uhr
Eintritt frei

Ausstellung
12. November 2021 bis 13. März 2022

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Schüler*innen@homeart - Corona trifft Kunst"

"Am liebsten würde ich mit dem U-Boot vor dem Coronavirus davon tauchen..." Malte Graf, 7 Jahre

Das Museum Tuch + Technik öffnet vom 29. Oktober bis 05. Dezember 2021 seine Türen und gibt Schleswig-Holsteins Schüler*innen eine Bühne, auf der sie den Besucher*innen einen Einblick in ihre Gedankenwelt in Zeiten der Pandemie gewähren. Die Kreisfachberater*innen für kulturelle Bildung sind die Initiator*innen von „Schüler*innen@homeart” und wurden von Kunststudent*innen der Europa-Universität Flensburg im Rahmen des Seminars Praxisprojekt Schnittstellen/Kontexte (Externer Lernort) in der Planung, Kuration und Vermarktung unterstützt.

Im Rahmen des Projekts haben 230 Schüler*innen von Husum bis Lübeck auf künstlerische Weise verarbeitet, wie sie die Pandemie bewegt. Eine Auswahl der Werke wurde von ihnen zur Verfügung gestellt. Die Bandbreite reicht von Installationen, Skulpturen über Fotografien, Collagen, Audios und Filmen, Gemälden bis zu Gedichten und Liedern, die sich ernst, kritisch, humorvoll und zuversichtlich mit dem Leben der Schüler*innen mit dem Virus beschäftigen.

Einige Schüler*innen veranschaulichen den scheinbaren Stillstand der Welt. Die Werke zeigen einen persönlichen oder einen globalen Bezug. Nach dieser Aufteilung ist auch die Ausstellung unterteilt. Anhand der Titel wie „Ein Moment im Kampf gegen Corona“ von Anonym oder „Schöne Aussichten“ von Katharina Wieland erkennt man, dass die Schüler*innen ganz unterschiedlich an die künstlerischen Umsetzungen herangegangen sind. Es entstanden unter anderem Selbstdarstellungen und Naturabbildungen. In den Skulpturen wurde Beton, Stahl und auch Ton verwendet. Innerhalb der Malerei kamen Aquarell-, Acryl- und Ölfarben zum Einsatz. Blei- und Buntstiftzeichnungen sind ebenfalls vertreten. Aus dieser Varietät entsteht eine Ausstellung, die sowohl düstere als auch farbenfrohe Kunstwerke zeigt. In Lübeck entstand eine Collage von dem Schüler Malte Höhn, zu welcher er schreibt: „Der Leuchtturm in meiner Collage ist so etwas wie ein Hoffnungsbegleiter in der Krise." In einem kleinem Kino werden einzelne filmische Werke präsentiert.

Da einige Videos nur mittels QR-Codes sichtbar werden, ist das Mitbringen eines internetfähigen Smartphones oder Tablets und Kopfhörern von Vorteil, aber nicht für die Gesamtausstellung notwendig. Auch Texte werden sowohl analog als auch digital (Audio) zur Verfügung stehen.

Der Zutritt zum Museum ist nur für nachweislich geimpfte, genesene oder getestete Personen ohne Erkältungssymptome möglich.  Besucher*innen benötigen zusätzlich zu dem 3-G-Nachweis auch ihren Personalausweis oder einen anderen amtlichen Lichtbildausweis. Von der Testpflicht ausgenommen sind Kinder bis 7 Jahre. Die Durchführung von Selbsttests ist im Museum nicht möglich. Minderjährige Schüler*innen können mit einer Schulbescheinigung nachweisen, dass sie zwei Mal pro Woche getestet werden. 

Für Schüler*innen ist die Ausstellung kostenlos, Erwachsene zahlen 6 €, ein Familienticket kostet 11 €.  Weitere Informationen finden Sie hier: https://schuelerinnenathomeart.kulturvermittler-sh.de/schuelerinnenathomeart/HOME.html 

Sandra Hänszke und Carolin Friedrichsen
Bildungswissenschaften,Europa-Universität Flensburg

 

Ausstellung
29. Oktober bis 5. Dezember 2021

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Die Ausstellung "Verborgene Schätze" war seit der Wiedereröffnung des Museums Tuch + Technik am 9. März bis zum 21. März 2021 zu sehen. An dieser Stelle geben wir Gelegenheit, die Exponate  virtuell noch einige Zeit länger zu betrachten.


Verborgene Schätze - Entdeckungen in den Museumsdepots

Nur ein Bruchteil der gesamten Sammlung des Museums Tuch + Technik kann in der Dauerausstellung im Gebäude am Kleinflecken gezeigt werden – der weitaus größere Teil „schlummert“ sicher verstaut in den Depots des Museums in Wasbek und der Werkhalle an der Klosterstraße. In den vergangenen Monaten hat das Museum gemeinsam mit dem Holsteinischen Courier einige besonders spannende Objekte in Zeitungsberichten vorgestellt. 

Dabei ist nicht der Eigenwert ausschlaggebend für die Auswahl, sondern der Kontext, aus dem die Objekte stammen, die Geschichte, mit der sie verbunden sind. Zu den interessanten Schätzen der Stadtgeschichte gehört zum Beispiel ein langes, grün-blaues Damenkleid aus dem Jahr 1917, das aufwändig gearbeitet ist, mit den eingenähten Falten besonders hübsch fällt. Es ist jedoch nicht aus Stoff, sondern aus Papiergewebe gefertigt – ein Spiegelbild der Not und der Rohstoffknappheit im Ersten Weltkrieg. Eine chinesische Seidenfahne gehört ebenfalls zu den Exponaten – vermutlich kam sie nach dem Boxeraufstand 1901 mit einer chinesischen Sühnegesandtschaft nach Deutschland. Das Rätsel, wie die Fahne ins Neumünsteraner Depot kam, ist noch nicht gelöst. Spannende Geschichten ranken sich auch um ein Damenbein aus Keramik, einen Wandteppich oder eine koptische Tunika aus dem 3. Jahrhundert.

Elf Exponate geben Einblick in die Sammlung des Museums „hinter den Kulissen“ – insgesamt werden in den Depots fast 15.000 Objekte aufbewahrt.