Neuland Neumünster – eine Ausstellung entsteht

 „Neuland Neumünster: Von Gastarbeitern und Geflüchteten. Migrationsbewegungen einer Stadt.“ Das ist der Arbeitstitel einer Ausstellung, die das Museum Tuch + Technik gemeinsam mit dem Forum der Vielfalt und dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund erarbeitet. Das Ausstellungsprojekt läuft von August 2018 bis Juni 2020 und wird von der Kulturstiftung des Bundes im Fonds Stadtgefährten gefördert. Die Ausstellung wird vom 31. Januar bis Frühjahr 2020 im Museum Tuch + Technik zu sehen sein.

Menschen waren zu allen Zeiten und in allen Weltteilen in Bewegung. Das gilt auch für Neumünster. Nicht erst seit dem Flüchtlingszuwachs im Jahr 2015 ist das Thema Migration auch hier virulent. Die Bevölkerungszahl Neumünsters erlebt in der Industrialisierung einen rasanten Anstieg. Bereits 1888 werben Fabrikanten der Stadt auswärtige Arbeiter an. In den 1940er Jahren werden viele Kriegsgefangene in Neumünsteraner Betrieben eingesetzt, seit 1945 kommen Flüchtlinge und Vertriebene aus den östlichen Gebieten nach Neumünster. Anfang der 1960er Jahre verfügt die Wirtschaft der Stadt über hohe Auftragsbestände, die Betriebe werben wieder ausländische Arbeiter an. Der aktuelle Zuzug von Flüchtlingen hatte seinen Höhepunkt 2015. Eine der vier Erstaufnahmeeinrichtungen in Schleswig-Holstein befindet sich in Neumünster.

Die Ausstellung soll die Geschichte von Wanderungsbewegungen seit dem 19. Jahrhundert nach Neumünster beleuchten. Sie soll untersuchen, was es für Menschen bedeutet, die gewohnte Umgebung zu verlassen und sich in einer neuen Kultur zurechtzufinden. Sie soll aber auch danach fragen, was es für die Aufnahmegesellschaft bedeutet, tausende von Neuankömmlingen aufzunehmen. Geplant sind Workshops, in denen die Bevölkerung aufgerufen ist, sich an der Entstehung der Ausstellung zu beteiligen.

Mit dem Fonds Stadtgefährten fördert die Kulturstiftung des Bundes Museen mit orts- oder regionalgeschichtlichem Schwerpunkt in deutschen Städten und Kommunen mit bis zu 250.000 Einwohnern. Ausführliche Informationen zum Fonds Stadtgefährten finden Sie unter www.kulturstiftung-bund.de/stadtmuseum.

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Workshop: Heimat - Was verbinden Sie damit?

Der Begriff Heimat ist derzeit höchst populär, auf unterschiedlichen Gebieten und Themenfeldern. Nicht nur politische Parteien reklamieren den Begriff für sich, Ministerien auf Bundes- und Landesebene haben den Begriff in ihre Resorts aufgenommen und in den Medien wird über den Deutungsanspruch von Heimat diskutiert. Doch vor den Hintergrund der politischen Debatten und medialen Präsenz stellt sich die Frage: Was ist Heimat eigentlich für den Einzelnen persönlich? Was bedeutet es, seine Heimat zu verlassen und an einem anderen Ort ein neues Leben zu beginnen, Neuland fernab der Heimat zu betreten? Kann man mehrere Heimaten haben, ist Heimat transportierbar?

Fragen wie diese möchte der zweite Workshop, der im Rahmen der Ausstellung „Neuland Neumünster. Migrationsbewegungen einer Stadt“ am 10. Mai 2019 stattfindet, diskutieren und dabei den Begriff Heimat aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Dazu sind alle Interessierten, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, eingeladen sich zu beteiligen. Persönliche Erfahrungen sollen ausgetauscht werden um gemeinsam zu erörtern, wie der Begriff Heimat gedeutet werden kann. Prof. Dr. Silke Göttsch-Elten wird sich dem Begriff aus kulturwissenschaftlicher Perspektive annähern, der Schleswig-Holsteinische Heimatbund wird ihn aus institutioneller Sicht erläutern. Dabei soll es jedoch auch um die persönlichen Bilder und Zuschreibungen von Heimat gehen, die jede*r anders und subjektiv deutet. Menschen unterschiedlicher Herkunft sind eingeladen miteinander ins Gespräch zu kommen und ihre jeweils eigene Sichtweise von Heimat zu diskutieren.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museum Tuch+Technik, dem Forum der Vielfalt Neumünster und dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund, Ortsverein Neumünster. Sie wird gefördert im Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes. Ziel der verschiedenen Workshops ist es, möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner Neumünsters anzuregen, sich mit der eigenen Stadt, den eigenen Erfahrungen und Werten in Bezug auf Migration auseinanderzusetzen und diese zu diskutieren.

Termin
Freitag, 10. Mai 2019, 17 bis 19 Uhr
Informationen: Verena Manke, 04321 - 559 58 27, oder manke@tuch-und-technik.de
Um Anmeldung wird gebeten, der Eintritt ist frei.

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Sonderführung: Migration und Neumünster
Angebot des Museums Tuch + Technik zum Internationalen Museumstag

Nicht erst seit dem Flüchtlingszuwachs 2015 ist das Thema Migration in Neumünster virulent. Welche Phasen der Zuwanderung die Stadt in den vergangenen 200 Jahren erlebte, wird bei einer Führung durch die Dauerausstellung des Museums Tuch + Technik deutlich. Am Internationalen Museumstag, Sonntag, 19. Mai 2019, zeigt Verena Manke anhand prägnanter Ereignisse, aus welchen Gründen Menschen nach Neumünster kamen. Manke ist Projektleiterin und Kuratorin der geplanten Sonderausstellung „Neuland Neumünster“, in der die Migrationsgeschichte Neumünsters skizziert wird. Beginn ist um 11 Uhr, der Eintritt ist frei.

Schon im 19. Jahrhundert, als die Stadt aufgrund ihrer zahlreichen Tuch- und Textilfabriken als „Manchester Holsteins“ große Bedeutung erlangte, kamen Arbeiter aus Skandinavien, Schlesien und Böhmen, Sachsen und Thüringen hierher. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Kriegsgefangene aus Polen, Russland, Belgien und Frankreich in den Fabriken eingesetzt. Nach dem Krieg strömten tausende Vertriebene nach Schleswig-Holstein und fanden in Neumünster eine neue Heimat. In den 1960er und 70er Jahren warben die Fabriken ausländische Arbeiter an, von denen viele bis heute in der dritten oder vierten Generation hier leben. 

Die eigentliche Sonderausstellung zum Thema „Migration in Neumünster“ wird zurzeit vorbereitet, sie ist ab 31. Januar 2020 im Museum zu sehen. Die Neumünsteraner sind schon jetzt dazu aufgerufen, sich interaktiv an der Planung in Form von verschiedenen Workshops zu beteiligen. Die Ergebnisse des ersten Workshops im März werden in der Sonderführung präsentiert und sollen die Besucherinnen und Besucher einladen, sich selbst mit dem Thema Migration auseinanderzusetzen.

 

Termin
Sonntag, 19. Mai 2019, 11 Uhr
Museum Tuch + Technik, Kleinflecken 1, 24534 Neumünster
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

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Gefördert im Fonds Stadtgefährten der

 

 

 

 

Kontakt
Verena Manke
04321 - 559 5827