Blick ins Leben
Textilkunst von Gertrud Schaper
Der Titel „Blick ins Leben" ist bei dieser Ausstellung wörtlich zu nehmen: Gertrud Schaper lädt uns ein, genau hinzusehen – in Gesichter, in Augen, in die Seele des Menschen. Ihre Textilkunst öffnet Fenster zu dem, was uns alle verbindet: Freude und Schmerz, Hoffnung und Enttäuschung, Liebe und Sehnsucht. In ihren Arbeiten begegnen uns keine idealisierten Figuren, sondern Menschen wie du und ich. Die Künstlerin fängt jene stillen Momente ein, in denen sich das ganze Leben in einem Blick verdichtet. Mal zeigt sie einzelne Personen in ihrer Einzigartigkeit, mal Menschen im Dialog miteinander, manchmal auch in direkter Gegenüberstellung – als würden sie uns ihre Geschichte erzählen wollen.
Gertrud Schapers besondere künstlerische Sprache entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Materialien: Sie arbeitet mit Stoffapplikationen und Collagen, überlagert bunte Textilien mit durchscheinenden Materialien und ergänzt ihre Kompositionen durch freie Stickerei. Diese Technik verleiht ihren Werken eine ganz eigene Tiefe und Lebendigkeit. Die unterschiedlichen Schichten – mal transparent, mal kräftig – lassen die Porträts geradezu atmen.
Was ihre Arbeiten so berührend macht, ist die Ehrlichkeit, mit der sie den Menschen in all seinen Facetten zeigt – in seiner Kraft ebenso wie in seiner Verletzlichkeit, in alltäglichen wie in schicksalhaften Momenten. Ihre Figuren schauen uns an, fordern uns heraus, sprechen uns an. Sie erzählen vom „Geheimnis Leben", das zwar in unserer Zeit verankert ist, aber zugleich zeitlose Fragen berührt.
„Blick ins Leben" bedeutet also: einen Augenblick innehalten und erkennen, dass in jedem Gesicht eine ganze Welt verborgen liegt. Die Ausstellung lädt dazu ein, diese Welten zu entdecken – und vielleicht auch ein Stück von sich selbst darin wiederzufinden.
Ausstellung
20. März bis 27. September 2026
Was konnten sie tun?
Widerstand gegen den Nationalsozialismus
1933 übernahmen Hitler und die Nationalsozialisten die politische Macht in Deutschland. Sie errichteten eine Diktatur. Die meisten Deutschen folgten dem neuen Regime begeistert oder passten sich an, weil sie sich davon Vorteile erhofften. Manche blieben passiv. Aber nur wenige Menschen stellten sich den Verletzungen der Menschenrechte und den Verbrechen der neuen Machthaber entgegen.
Die Ausstellung „Was konnten sie tun? Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939-1945“ der Stiftung 20. Juli 1944 in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, die das Museum Tuch + Technik vom 5. Juni bis zum 25. Oktober 2026 präsentiert, zeigt, wie vielfältig die Formen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus waren. Manche Menschen verbreiteten Informationen ausländischer Rundfunksender, druckten Flugblätter und verteilten sie. Andere halfen verfolgten Juden, Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeitern. Und einige versuchten, Hitler zu stürzen, um seine verbrecherische Herrschaft und den Krieg zu beenden.
Die Präsentation in Neumünster ist eine Kooperation zwischen Museum Tuch + Technik und dem Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein auf Anregung der Initiative „Freiheit in Demokratie“. Sie wird in der Fensterfront zum Kleinflecken gezeigt und ist daher auch unabhängig von den Öffnungszeiten des Museums jederzeit zugänglich.
Ausstellung
4. Juni bis 29. November 2026
