Sonderausstellungen

Sonder­ausstellungen

GEWANDELT. Farbe, Textil, Technik, Musik

Projekte der Künstlerin Gisela Meyer-Hahn

Die Diplom-Designerin und freischaffende Künstlerin Gisela Meyer-Hahn entwickelt Konzepte und Objekte mit dem Schwerpunkt der komplexen Erscheinung und Wirkung des Phänomens Farbe und seinen Zusammenhängen mit der gesamten Sinneswahrnehmung. Es entstehen Raum-, Farb- und Lichtprojekte für Außen- und Innenräume, die durch künstlerische Wandlung immer wieder neu erlebbar sind. Zuletzt hat sie unter anderem im Neumünsteraner Rahmenprogramm zum Schleswig-Holstein Musikfestival 2022 für den Glasgang zwischen Museum und Stadthalle ein neues Kunstprojekt entwickelt: eine LichtKomposition für das ‚Wiegenlied‘ von Johannes Brahms. 

Zu diesem wie zu anderen Projekten von Gisela Meyer-Hahn wirft die neue Präsentation im Museum Tuch + Technik Schlaglichter auf die Bandbreite ihres künstlerischen Schaffens. In ihrer Arbeit verbindet Gisela Meyer-Hahn Kunst und Technik, Textil und Farbe mit Raum, Licht und Klang. Musik und Töne wandeln sich in Farbe, technische Windkraftanlagen wandeln sich durch Farbe und Licht in künstlerisch gestaltete Objekte, Farbe und Licht wandeln Innenräume.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Textilrelief, das auf einer Komposition von Johann Sebastian Bach („Gigue“, Französische Suite Nr. 5) beruht. Aus der Überlegung, wie die Musik – auch wenn sie nicht hörbar ist – immer wieder angeschaut werden kann, entwickelte Meyer-Hahn ein Textilrelief: Jeder Ton/jede Farbstufe ist ein als weiche Falte gelegter Stoffstreifen, auf Spannung gebracht und rückseitig, für den Betrachter unsichtbar, auf schmale Untergrundplatten montiert. Das Farbsystem für die Noten hat Gisela Meyer-Hahn eigens für das Projekt entwickelt. Geschaffen hat sie eine Farbabwicklung von fast 1.500 Einzelstufen. Auf einer Länge von sieben Metern lässt sich die „Gigue“ nun von links nach rechts wie eine Noten-Notierung ‚lesen‘. „Die Falten empfinde ich wie Unendlichkeit von Wellenkämmen auf dem Wasser, auf denen Licht reflektiert“, sagt Meyer-Hahn.

ERÖFFNUNG

Donnerstag, 27. Oktober 2022, 19 Uhr 

Eintritt frei

 

LAUFZEIT

28. Oktober 2022 bis 15. Januar 2023

www.meyer-hahn.de

 

LichtKomposition

für das Wiegenlied von Johannes Brahms - von gisela meyer-hahn

Im Neumünsteraner Rahmenprogramm zum Schleswig-Holstein Musik Festival 2022 (1. Juli bis 4. September 2022) hatte Gisela Meyer-Hahn für den Glasgang zwischen Museum und Stadthalle erneut ein Kunstprojekt entwickelt: eine LichtKomposition für das "Wiegenlied" von Johannes Brahms. Darin setzte sie die Musik in eine abstrakte Komposition aus Licht und Farbe um, die dann den Raum füllten. Scheinwerfer erhielten den Impuls, der sie digital über eine Lichtsteuerung erreichte.

Ein Video des Projektes können Sie mir dem Klick auf die folgende Schaltfläche aufrufen.

 

 

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Schamlos? Sexualmoral im Wandel

Eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Das Miteinander der Geschlechter hat sich in den vergangenen sieben Jahrzehnten tiefgreifend und nachhaltig verändert. Alte Leitbilder gehen über Bord, in Bezug auf Sexualität und Partnerschaft scheint heute alles möglich. Als Leih-Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beleuchtet "Schamlos? Sexualmoral im Wandel" die tiefgreifenden Veränderungen von Sexualmoral und Geschlechterbeziehungen in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Dabei berücksichtigt sie die unterschiedlichen Lebensbedingungen und -erfahrungen im geteilten Deutschland. 

Gegliedert in sechs Bereiche behandelt die Ausstellung die Kontroverse um Sexualität und Geschlechterbeziehungen zwischen Liberalisierung, Werteverfall und Pluralisierung. Die Ausstellung besteht aus Plakaten, Zeitschriften, Fotografien sowie einigen dreidimensionalen Objekten. Eine lila Latzhose ist Sinnbild der politischen Emanzipation. Zensierte LP-Covers von Roxy Music und den Rolling Stones werden zum Manifest einer ganzen Bewegung. Für eine aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten sorgen interaktive Elemente, beispielsweise eine Befragungstafel zum Thema "Wer hat Sie aufgeklärt?"

 

Eröffnung

Donnerstag, 17. November 2022, 19 Uhr
Eintritt frei

 

Ausstellung

18. November 2022 bis 15. Januar 2023

 

Oft wild und chaotisch - aber beständig seit 50 Jahren

AJZ Neumünster: Ausstellung zum 50-jährigen Bestehen

Hier können Kinder spielen, Jugendliche abhängen und Kulturbegeisterte ihre Ideen umsetzen: Das AJZ (Aktion Jugendzentrum) Neumünster versteht sich als Raum, in dem junge Menschen so sein können, wie sie sind. Das Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum an der Friedrichstraße wurde 1972 gegründet, es ist das älteste der Stadt. An viele Ereignisse der vergangenen 50 Jahre erinnert der Trägerverein "Aktion Jugendzentrum e.V." mit einer Ausstellung im Museum Tuch + Technik. Sie ist vom 8. November bis zum 22. Januar 2023 in der Fensterfront zum Kleinflecken zu sehen.

Die Ausstellung zeigt Bilder aus den Anfangsjahren, dem Engagenment und Kampf junger Menschen in der Stadt für einen unkommerziellen und selbstverwalteten Freizeitort. Außerdem wir die vielfältige Jugend- und Kulturarbeit, bestehend aus Konzerten, Theateraufführungen, Ausflügen und offenen Angeboten für Kinder und Jugendliche von einem der ältesten selbstverwalteten Zentren Deutschlands abgebildet.

Ergänzt werden die Fotos durch Zitate von ehemaligen Nutzer*innen zur Bedeutung vom AJZ, die im Rahmen eines Interviewprojektes von Studierenden der FH Kiel entstanden sind.

Die Ausstellung zeigt, dass das AJZ ein Ort des Ausprobierens und Selbermachens von und für junge Menschen ist, oft wild und chaotisch - aber beständig seit 50 Jahren.

 

Ausstellung

8. November 2022 bis 22. Januar 2023

Ein Rückblick auf Neumünsteraner Theatergeschichte

statt-Theater erinnert an 60-jähriges Bestehen

Aus einer Idee heraus wurde die Gruppe 1961 gegründet – im vergangenen Jahr konnte sie das 60-jährige Bestehen feiern: Jetzt, nachdem die Pandemie auch das Theaterspielen wieder zulässt, erinnert das statt-Theater Neumünster mit einer Ausstellung im Museum Tuch + Technik an 60 bewegte Jahre Neumünsteraner Theatergeschichte.

Theater wird beim statt-Theater nicht nur gespielt, es wird „gemacht“: Zuerst muss das Stück erarbeitet und geschrieben werden. Mit aufwändiger Licht- und Tontechnik, sowie Bühnen- und Requisitenbau werden die Stücke in einem Zeitraum von etwa einem bis zwei Jahren fertiggestellt. Auch die Musik wird für jedes Stück eigens komponiert. Für den gesamten Prozess sind kreative Ideen von allen der zurzeit 17 Mitglieder im Alter von 13 bis 50 Jahren gefragt. Derzeit proben die Mitglieder für das „Jubiläumsstück“, das 2023 uraufgeführt werden soll.

Die Ausstellung zeigt einen Rückblick auf die vergangenen Produktionen der Gruppe: Kostüme, Requisiten, Fotos und Programmhefte erinnern an unvergessene Theaterabende. Die Präsentation soll auch dazu dienen, einen Eindruck der Arbeit der Gruppe zu vermitteln – und neue Mitstreiter*innen zu begeistern.

Ausstellung

1. Dezember 2022 bis 5. Februar 2023

Das Bauhaus. Künstlerinnen gestern und heute

in Kooperation mit dem Frauenmuseum Bonn

Gab es bedeutende Künstlerinnen am Bauhaus – und wo finden wir sie? Dieser Frage ist das Frauenmuseum Bonn in einer Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhaus 2019 nachgegangen. Für die Präsentation in Neumünster wurde die Ausstellung mit dem Schwerpunkt Weberei und regionalem Bezug umkonzipiert. Das Museum Tuch + Technik zeigt die Ausstellung „Das Bauhaus – Künstlerinnen gestern und heute“ in Kooperation mit dem Frauenmuseum Bonn.

Das Bauhaus, eine Hochschule für Kunst und Handwerk, bestand von 1919 bis 1933. Arbeiten aus dieser Zeit setzen weltweit Trends in Architektur und Design. Nach anfänglicher Gleichberechtigung wurde Studentinnen am Bauhaus später häufig der Werkbereich Weben zugewiesen, die sogenannte Frauenklasse. Wirtschaftlich gesehen war der Bereich jedoch der erfolgreichste. Er ging ab 1927 von der Handweberei in die industrielle Produktion über.

Gunta Stölzl (1897-1983), die einzige Meisterin am Bauhaus, leitete die Weberei und baute nach ihrer Emigration in die Schweiz ihr eigenes Textildesign auf. Anni Albers (1899-1994) konnte nach dem Zweiten Weltkrieg eine Weltkarriere als Textilkünstlerin aufbauen. Otti Berger (1898-1944) versuchte sich mit ihrer innovativen Weberei eine unabhängige Existenz aufzubauen. Ihr Leben endete 1944 in Auschwitz.

Diese und andere Künstlerinnen des Bauhaus sind eine reiche Inspirationsquelle für ihre heutigen Kolleginnen, allen voran die Weberinnen, deren Arbeiten ebenfalls in der Ausstellung gezeigt werden. Zusätzlich sind Arbeiten zeitgenössischer Malerinnen zu sehen, die sich an der reduzierten und klaren Formensprache des Bauhaus orientieren. Installationen beziehen sich auf die damals verbreitete, auch von Bauhaus-Meistern vertretene Ansicht, Frauen könnten nicht räumlich denken. Ein vier mal zwei Meter großes Wandgemälde zeigt die Studentinnen am Bauhaus nach einer historischen Fotografie. Ein Gegensatz zur kühlen Bauhausarchitektur ist die Gruppe archaischer Wohntürme aus ungebranntem Lehm. Eine fotografische Position dokumentiert historische Bauhausarchitektur.

 

Eröffnung

26. Januar 2023, 19 Uhr, Eintritt frei 

 

Ausstellung

27. Januar bis 21. Mai 2023